25. Juni 2016 Spinnfischen am kleinen Bergbach

Ich erkannte meinen kleinen Bergbach auf 1700 MüM fast nicht mehr: Die langen Regenfälle der letzten Wochen sowie die Schneeschmelze haben ich stark ansteigen lassen. Alle Gumpen waren überspült, das Wasser kam schäumend weiss-grau daher. Auch die Bachüberquerungen waren nicht ganz ohne, entweder musste ich bis zu den Oberschenkeln tief durch die Gumpen waten oder mich mit den Armen ums Gleichgewicht rudernd mitten durch die Strömung kämpfen. Ich entschied mich für letzteres, kombiniert mit Springen von den grossen Steinen ans gegenüberliegende Ufer... Naja, viel trockener als bei der Variante Gumpen-Waten blieb ich dabei nicht.

Au Backe - ob sich da noch ein Fisch halten kann, oder ob die alle das Tal herunter gespült wurden? Nun gut - es galt, in diesem Hochwasser diejenigen Stellen auszumachen, an denen die Strömung nicht so stark war, und wo ich Schutz suchen würde, wenn ich hier drin überleben wollte. Bald hatte ich die erste wirklich verheissungsvolle Stelle ausgemacht.

Ich schlich mich fast auf allen Vieren in Wurfweite, warf meinen 2" Keytech Life Impact am flexiblen SPRO-Jigkopf in die Mitte zwischen den zwei Steinen und liess ihn über den Grund hüpfen. Beim dritten Hüpfer dann der Biss, die UL-Rute krümmte sich, und ich staunte nicht schlecht, als ich kurz darauf diese tolle Schönheit mit meinem Feumer landen konnte.

Danach lief gar nichts mehr, ich fand keine solch schöne Stelle mehr. Dennoch warf ich weiter jeden möglichen Unterstand an. Plötzlich begann es zu Regnen, und ich machte mich auf den Heimweg. Da dieser noch 40 Minuten dauerte, war ich pflatschnass, bis ich glücklich auf unserem Maiensäss ankam. So ging ein kurzer, aber schöner Fischerausflug zu Ende.

 

Nachtrag: Die Forelle landete gut drei Stunden später mit Salz und Pfeffer, Zitrone und einigen feinen Kräutern im Bauch auf dem Grill und schmeckte vorzüglich...